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3. April 2025
Die Stadt Luzern ist auf dem richtigen Weg: Eine Studie im Auftrag der Städtekonferenz Mobilität und der Stadt Luzern zeigt, dass die Luzerner Verkehrspolitik im Einklang mit den Bedürfnissen der Bewohnenden steht.

Im Detail

Wie in den meisten vergleichbaren Städten, spielen in Luzern der öffentliche Verkehr und das Velo eine wichtige Rolle. 56 Prozent der Haushalte in der Stadt verfügen über ein Velo, ein Viertel der Stadtbevölkerung besitzt ein E-Bike. Zwei Drittel der Stadtbevölkerung haben ein Halbtax-Abo, 18 Prozent ein General-Abo und 14 Prozent ein Abo des Tarifverbunds. Das wirkt sich direkt auf das Mobilitätsverhalten aus: Eine grosse Mehrheit der Städter*innen bestreitet den Arbeitsweg multimodal mit dem öffentlichen Verkehr (55 Prozent), zu Fuss (47 Prozent) oder mit dem Velo (38 Prozent). Gut jeder zweite Haushalt (53 Prozent) verfügt über ein Auto mit Verbrennungsantrieb, für den Arbeitsweg der Stadtbevölkerung ist dessen Bedeutung jedoch weniger hoch: Nur 28 Prozent geben an, mit dem Auto zur Arbeit zu pendeln. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch im Freizeitverkehr.

Das zeigt die jüngste Studie zum Mobilitätsverhalten in verschiedenen Städten und Gemeinden. Zusammen mit der Städtekonferenz Mobilität sowie 16 weiteren Städten und Gemeinden beauftragte die Stadt Luzern das Forschungsinstitut gfs.bern mit der Durchführung einer Online-Befragung zur urbanen Mobilität. Schweizweit wurden 15'372 Einwohner*innen ab 16 Jahren befragt. Zentrale Themen der Studie sind der Besitz und die Nutzung von Verkehrsmitteln, die Zufriedenheit mit der Verkehrssituation, Fragen zur Verkehrsgestaltung, Shared Mobility und die Ausgaben für Verkehr.

Bike-Sharing top, Verkehrssituation flop

Aus städtischer Sicht erfreulich: «Die Umfrage zeigt, dass die Stadtbewohner*innen mehrheitlich mit flächeneffizienten Verkehrsmitteln unterwegs sind, das heisst: in der Regel in einer Kombination von Fuss-, Velo- und öffentlichem Verkehr», sagt Milena Scherer, Co-Leiterin Mobilität der Stadt Luzern. Die Menschen in Luzern nutzen nicht nur den öffentlichen Verkehr öfter als die Einwohnenden in anderen mittelgrossen Städten, auch das Sharing ist in Luzern stärker verankert. Insbesondere das Veloverleih-System Nextbike findet seit der Einführung von Gratisminuten für die Stadtbevölkerung breiten Anklang: Die Nutzung ist doppelt so hoch wie in vergleichbaren Städten. Auch das Carsharing wird in Luzern öfters genutzt als anderswo.

Weniger erfreulich: Über drei Viertel der Stadtluzerner*innen sind unzufrieden mit der allgemeinen Verkehrssituation. Sie stören sich vor allem an den Stausituationen zu den Hauptverkehrszeiten. Die Unzufriedenheit fällt dabei unter den Auto-, Velo- und ÖV-Nutzenden ähnlich hoch aus. Eine knappe Mehrheit wünscht sich deshalb zur Verbesserung der Verkehrssituation mehr Bus- und Velospuren. Ein weniger grosser, aber dennoch beträchtlicher Teil der Bevölkerung fühlt sich durch Parkplatzmangel, gefährliche Verkehrssituationen oder Verkehrslärm beeinträchtigt.

Blick in die umliegenden Gemeinden

Bei der Umfrage mit dabei waren auch Horw und Ebikon. Dabei zeigen sich einige Gemeinsamkeiten aber auch, dass jede Gemeinde ihre Eigenheiten hinsichtlich Mobilität hat. In beiden Gemeinden spielt der öffentliche Verkehr für den Arbeitsweg zwar auch eine wichtige Rolle (39 Prozent in Ebikon, 40 Prozent in Horw), ist aber weniger dominant als in Luzern. Die Ebikoner und Horwer Pendler*innen sind im Vergleich zu den Städter*innen auch weniger zu Fuss unterwegs (27 und 32 Prozent). Dafür ist in Horw das Velo mit 41 Prozent ein besonders beliebtes Fortbewegungsmittel (Ebikon: 20 Prozent). In Ebikon hingegen ist das Autofahren stärker verbreitet – 45 Prozent der Ebikoner*innen geben an, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Insgesamt ist die Bevölkerung in Ebikon (63 Prozent) und in Horw (80 Prozent) mit der allgemeinen Verkehrssituation zufrieden – ein wesentlicher Unterschied zur mehrheitlichen Unzufriedenheit der Stadtluzerner*innen. 

Befragungsergebnisse entsprechen den Stossrichtungen der Mobilitätsstrategie

Die Stadt fühlt sich durch die Umfrageergebnisse in ihrer Mobilitätspolitik bestätigt: «Die Umfrageergebnisse zeigen die Bedeutung des Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehrs für die Mobilität in der Stadt auf», sagt Milena Scherer. «Gleichzeitig weisen sie uns auf bekannte Schwachpunkte hin, die wir mit den Massnahmen aus der aktuellen Mobilitätsstrategie beheben wollen.» Die Mobilitätsstrategie 2024 bis 2028 sieht unter anderem vor, als Schwerpunkte den Fuss- und Veloverkehr zu fördern und mit Busspuren den Busverkehr zu beschleunigen. An der Behebung von Unfallschwerpunkten arbeitet die Stadt Luzern permanent. Weitere Schwerpunkte aus der Mobilitätstrategie sind, Klimaquartiere zu entwickeln, den Wirtschafts- und Güterverkehr zu optimieren und ein Konzept für die Parkierung zu erstellen.

Städtekonferenz Mobilität, eine Sektion des Schweizerischen Städteverbandes

Die Städtekonferenz Mobilität (SKM) ist ein Zusammenschluss von 21 Schweizer Städten, die die «Charta für eine nachhaltige städtische Mobilität» als Grundlage für ihre verkehrspolitischen Ziele unterzeichnet haben. Die SKM arbeitet an zukunftsgerichteten Lösungen für den Stadtverkehr, fördert den Erfahrungsaustausch und bietet mit Studien und Fachveranstaltungen Grundlagenarbeiten und Wissensvermittlung.

https://skm-cvm.ch/de/Info/Stadtekonferenz_Mobilitat

Studie «Mobilität in Schweizer Städten»
gfs.bern hat im Auftrag der Städtekonferenz Mobilität und 17 teilnehmenden Städten und städtischen Gemeinden die Studie «Mobilität in Schweizer Städten» erarbeitet. Zentrale Themen der Befragung sind Besitz und Nutzung von Verkehrsmitteln, Zufriedenheit mit der Verkehrssituation, verkehrspolitische Massnahmen, Shared Mobility und Ausgaben für Verkehr und Mobilität. Insgesamt wurden 15'372 Einwohnerinnen und Einwohner ab 16 Jahren befragt. Teilgenommen haben die Kernstädte Basel, Bern, Freiburg, Luzern, Nyon, Schaffhausen, Sion, Winterthur, Zug und Zürich. In den städtespezifischen Auswertungen sind zudem Daten aus den Agglomerationsgemeinden Muri b. Bern, Köniz, Ebikon, Horw, Seuzach, Baar und Cham berücksichtigt. Wichtigstes Fazit der Studie: Die aktuelle Verkehrspolitik der Städte steht im Einklang mit den Bedürfnissen der Bevölkerung.

Online-Version des Gesamtberichts: https://cockpit.gfsbern.ch/de/cockpit/stadtverkehr/
Gesamtbericht und städtespezifische Berichte im PDF-Format:
ttps://skm-cvm.ch/de/Info/Aktuell

Name
Bevölkerungsbefragung Stadtverkehr Luzern Medienmitteilung 03.04.2025 (PDF, 117.41 kB) Download 0 Bevölkerungsbefragung Stadtverkehr Luzern Medienmitteilung 03.04.2025
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