Der Stadtrat ist sehr enttäuscht über die Ablehnung des Projektierungskredits für ein neues Luzerner Theater von 13,8 Millionen Franken. Damit wird ein sorgfältiger Planungs- und Diskussionsprozess abrupt gestoppt. Stadtpräsident Beat Züsli: «Wir sind sehr überrascht, dass ein vom Stadtrat, dem Grossen Stadtrat und auch vom Kanton Luzern getragenes Projekt bei der Stimmbevölkerung eine so starke Ablehnung findet».
Aufgrund einer ersten Beurteilung haben wohl folgende Gründe zur Ablehnung geführt:
- Zu einem grossen Teil dürften städtebauliche Gründe zur Ablehnung geführt haben. Viele Stimmberechtigte empfanden den vorgeschlagenen Bau am vorgesehenen Ort als zu gross und zu präsent, mit zu grossen Auswirkungen auf den öffentlichen Raum.
- Die Qualität der Architektur war in der Bevölkerung und teilweise auch in Fachkreisen umstritten. Hier geht es um Ermessens- und Ästhetikfragen.
- Es waren Unsicherheiten über die Höhe der Investitions- und späteren Betriebskosten spürbar. Damit verbunden waren auch Annahmen, dass die Kulturförderung in den übrigen Sparten und Bereichen unter diesen Kosten zu leiden hätte.
- Das Betriebskonzept, welches dem Raumprogramm und dem Wettbewerbsprogramm zugrunde lag, war wohl für viele zu ambitioniert ausgefallen.
Stadtpräsident Beat Züsli: «Die Ablehnung des Projektkredits verstehen wir nicht als grundsätzliches Nein zum Luzerner Theater oder zum Musiktheater. Viele Stimmberechtigte dürften dem Luzerner Theater und dem Kulturstandort grundsätzlich weiterhin positiv gegenüberstehen».
Nachbefragung folgt
Um konkrete Schlüsse aus dem Abstimmungsergebnis ziehen zu können, will die Stadt Luzern eine fundierte Analyse durchführen. Eine umfassende Nachbefragung der Stimmberechtigten soll aufzeigen, welche Gründe konkret zur Ablehnung führten. Zudem soll eruiert werden, welche Alternativen nun verfolgt werden könnten. Anschliessend will der Stadtrat im Dialog mit den bisherigen Beteiligten im Projekt und weiteren Interessierten eine kultur- und theaterpolitische sowie städtebauliche Standortbestimmung vornehmen. Darauf basierend soll geklärt werden, wie es mit dem Luzerner Theater weitergehen kann.
Projekt «überall» wird beendet
Aufgrund des Abstimmungsergebnisses hat der Stadtrat beschlossen, das Projekt «überall» für ein neues Luzerner Theater abzubrechen. Die Zusammenarbeit mit den Architekten Ilg Santer Zürich und dem Büro für Bauökonomie AG wird beendet. Beat Züsli sagt: «Wir danken den Architekten und dem Büro für Bauökonomie ganz herzlich für ihr grosses Engagement, die sorgfältige Entwicklung des Projekts bis zum Abstimmungstag sowie den äusserst konstruktiven Dialog». «Wir wollen die gemeinsame Diskussion im Kreis der bisherigen Projektierungsgesellschaft mit etwas Abstand wieder aufnehmen», so Beat Züsli.
Festhalten am Antrag an Grossen Stadtrat für dringende Sanierungsmassnahmen
Zum Weiterbetrieb des heutigen Luzerner Theaters sind Sanierungsmassnahmen am heutigen Gebäude im Rahmen von 5 Millionen Franken dringlich erforderlich. Dieser Betrag wurde im Rahmen des Berichts und Antrags für den Projektierungskredit bereits beim Grossen Stadtrat beantragt. Trotz der unsicheren langfristigen Zukunft des Luzerner Theaters hält der Stadtrat an diesem Antrag fest. Dadurch kann der heutige Betrieb wenigstens bis 2028 funktionieren. Stadtpräsident Beat Züsli sagt: «Oberste Priorität hat der Weiterbetrieb des Luzerner Theaters und der Erhalt der heutigen erfolgreichen Performance. Wir wollen den Mitarbeitenden des Luzerner Theaters möglichst rasch eine verdiente Perspektive geben». Bei den beantragten Sanierungsmassnahmen handelt es sich um wichtige, hauptsächlich der Personensicherheit dienende Massnahmen. Aufgrund der Beendigung des Projekts «überall» ist allerdings absehbar, dass das Gebäude des Luzerner Theaters über das Jahr 2028 hinaus an seinem jetzigen Standort betrieben werden muss. Wenn die theaterpolitischen Zukunftsperspektiven vorliegen, ist deshalb mit weiteren Kreditanträgen zu rechnen.
Dank
Das Projekt Neues Luzerner Theater wurde in den letzten rund 8 Jahren von zahlreichen Organisationen und Personen unterstützt und mit grossem Engagement begleitet. Neben dem Architektenteam dankt der Stadtrat den Mitgliedern und Delegierten in der Projektierungsgesellschaft, die mit ihren Diskussionsbeiträgen mitgeholfen haben, viel Know-how zusammenzutragen. Ein grosses Dankeschön geht auch an die Stiftung Luzerner Theater, das Luzerner Theater und die Freundschaftsorganisationen, die teils ehrenamtlich grosse Leistungen erbracht und damit ihr Wissen und Können der Stadt Luzern zur Verfügung gestellt haben. Weiter bedankt sich der Stadtrat bei der Arthur-Waser-Stiftung für die Schenkung von 1 Million Franken, welche sie für die Durchführung des Architekturwettbewerbs zur Verfügung gestellt hat. Zudem bedankt sich der Stadtrat beim Kanton Luzern und insbesondere bei Regierungsrat Armin Hartmann, der die Arbeiten mit viel Wohlwollen und Engagement begleitet hat.
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Weiterbetrieb Luzerner Theater Medienmitteilung 13.02.2025 (PDF, 123.58 kB) | Download | 0 | Weiterbetrieb Luzerner Theater Medienmitteilung 13.02.2025 |